Donnerstag, 21. Juni 2007

Erster Logopädietermin

Ich komme so eben vom ersten Termin bei meiner Logopädin. Eine sehr freundliche Frau, die schon viele Transsexuelle behandelt hat.

Dass ich meine Stimme nicht signifikant erhöhen kann (außer durch eine OP, von der sie mir abrät), war mir ja schon vorher klar. Ich spreche ja schon recht leise, und nicht so poltrig. Allerdings ist meine Stimme eben ziemlich "fest" und etwas kratzig - dass sollte ich also auflockern, dann kann ich auch die höheren Bereiche meiner Stimme besser nutzen. Weiterhin rede ich ja zu schnell und neige dazu Endungen zu verschlucken, woran ich arbeiten werden muss, ebenso wie an meiner Körperhaltung.
Nächste Woche geht es dann los.


Liebe Grüße,
Kalyope

Mittwoch, 20. Juni 2007

Ein Besuch bei der Domina - 13. Tag

Gerade eben bin ich wiedermal zurückgekommen von meiner Domina.
Ja, ihr habt richtig gehört.
Ich war bei einer Frau, hab ihr mehr Geld gegeben, als ich eigentlich zur Verfügung habe, und sie hat mir dafür mit einem Foltergerät Schmerzen zugefügt. ;)
Genauer gesagt, mein Bart hatte gerade eben ein Date mit einem Lightsheer-Laser.
Diesmal war es gründlicher als letztes Mal, und es war auch wesentlich schmerzhafter. Was neben der leicht erhöhten Energie vielleicht auch daran liegen könnte, dass ich ja jetzt glücklicherweise nicht mehr so stark unter Testosteroneinfluss stehe.

Inzwischen bin ich jetzt ja schon den 13. Tag auf Girlie-Vitaminen. Mir geht es eigentlich auch weiterhin recht gut, abgesehen von ein paar Kopfschmerzen ab und zu, aber deutlich schwächer und seltener als am Anfang. Meine Brust ist deutlich empfindlicher geworden, aber von Schmerzen oder Wachstum noch weit entfernt.
Dass ich etwas ruhiger und gelassener bin und weniger nervös hat sich etwas bestätigt, aber ich kann mir dass ja auch einbilden.

Ab morgen nehme ich auch ein weiteres Problem meiner Transition in Angriff - meine Stimme. Ich habe meine erste logopädische Sitzung. Signifikant werde ich meine Stimme dadurch sicher nicht erhöhen können, aber ich werde das beste versuchen, was möglich ist. Es gibt ja diverse Anleitungen im Internet (zB. http://www.genderwunderland.de/praxis/stimmeeinerfrau.html ), aber so wirklich weitergeholfen haben die mir nicht - da brauche ich schon professionelle Hilfe. Naja ich bin gespannt, was ich da machen kann, und wie dämlich ich mich anstellen werde.
Mal schauen..

Liebe Grüße,
Kalyope

Dienstag, 12. Juni 2007

5. Tag

Nun bin ich also schon den fünften Tag auf Girlie-Vitaminen - und muss sagen, mir geht es gut.
Jetzt genau sagen zu können, was sich alles exakt verändert hat, ist aber nicht ganz einfach. Meine subjektive Wahrnehmung wird mich da natürlich trügen.

Auf jeden Fall wirkt schon mal das Androcur Mein männlicher Sexualtrieb ist fast ganz erloschen, und untenrum tut sich nur noch sehr wenig.
Ich hab das Gefühl, dass ich irgendwie ruhiger und gelassener bin als letzte Woche - allerdings kann das auch von dem Gefühl der Erleichterung kommen, das endlich was passiert, das mein Körper endlich nicht männlicher werden kann.
Mir ist es auch so, als würde ich trotz des wärmeren Wetters diese Woche etwas weniger schwitzen und ich habe den Eindruck als hätte sich das Wachstum meiner Körperbehaarung minimal verringert.
Nicht so gut ist, dass ich in letzter Zeit etwas häufiger leichte Kopfschmerzen habe. Aber das ist wohl normal bei einer Hormonumstellung.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht :)

es grüßt euch lieb,
Kalyope

Freitag, 8. Juni 2007

YEEEEEES! Tag 0

Heute vormittag hatte ich nun meinen ersten Termin beim Frauenarzt. Ich war natürlich total aufgeregt und extrem nervös. Nach einer dreiviertel Stunde Wartezeit kam ich dann auch schon dran. Ein sehr netter, schon etwas älterer Arzt hat mir ein paar Fragen gestellt zur medizinischen Vorgeschichte, dann hat er mir noch einiges erklärt, kurz in mein Gutachten geschaut, und mir einen Behandlunsplan gegeben.
Ich bekomme also 25mg Androcur pro Tag als Testosteronblocker und Estreva Gel als Östrogen. Mit diesem Gel soll ich nun langsam mit einem Hub pro Tag anfangen, nach vier Wochen dann auf zwei Hübe pro Tag gehen, und nach weiteren vier Wochen dann auf drei Hübe (wobei ein Hub etwa 0,5mg Östrogen enthalten.
Hinterher hat man mir noch Blut abgenommen, was an sich kein Problem war, nur ist mir hinterher dann schlecht geworden und ich musste mich nochmal für ein paar Minuten hinsetzen.

Vor etwa zwei Stunden hab ich dann auch gleich angefangen und mir die erste halbe Androcurtablette eingeworfen und mir ein Hub von diesem Gel auf meinen Oberarm aufgetragen und einziehen lassen.
Das ist jetzt der endgültige Punkt, an dem ich meinen Körper durch das Testosteron nicht mehr vergiften lasse und anfange mit meiner richtigen Pubertät.

Mir geht es supi! :D

Mit ganz ganz vielen Umarmungen,
Kalyope

Dienstag, 5. Juni 2007

Das komische Zwischendrin-Gefühl und die Angst vor der eigenen Courage

So, am Freitag soll es nun losgehen mit den Hormonen. Auch wenn ich schon so lang darauf warte, bekomme ich dennoch ein seltsames Gefühl, je näher nun alles heranrückt. Ich werde sichtlich nervöser, und denke genauer darüber nach. Es ist auch nicht so, dass ich jetzt meine Transsexualität in Frage stellen würde, oder den Termin verschieben wöllte, aber es ist wohl klar, dass man an solch einen gravierenden Schritt ein wenig mehr Gedanken verschwendet.

Es ist ja alles auch nicht Ohne. So eine Hormonumstellung belastet den Körper schließlich enorm, ich werde mein ganzes restliches Leben auf Medikamente angewiesen sein; werde ein höheres Thrombose-Risiko haben und meine Leber belasten; und bin in spätestens einem halben Jahr dauerhaft unfruchtbar. Das sollte man natürlich auch alles mit bedenken. Zusätzlich zu den Erwägungen, ob es überhaupt lebbar ist. (Was ich für mich ja schon lange deutlich mit Ja beantwortet habe). So bleibt nun nur noch übrig, dass dieses Gefühl die Angst einer Mutlosen vor der eigenen Courage ist. Aber ich bin ja sowieso eher eine sehr ängstliche Person, da ist es kein Wunder, dass ich häufiger Mal ein Angstgefühl habe vor Schritten, die anstehen.
Wie auch immer, daran hindern diesen Schritt zu gehen wird mich dieses Gefühl nicht.

Das andere, was ich seit einiger Zeit wahrnehme, ist so ein gewisses Zwischendrin-Gefühl. Lange Zeit war so war, dass ich wie zwei Seiten gelebt habe, einmal eine voll-weibliche, ordentlich geschminkt richtig feminin und mit den falschen Brüsten; und die andere Seite, so wie ein androgyn bis männlich aussehender komischer Typ. Die erste Seite kommt mir inzwischen etwas albern vor, nicht nur dass jetzt im Sommer die Silikoneinlagen ziemlich warm sind, es kommt mir auch irgendwie verkleidet vor. Die andere Seite gibt es aber auch nicht mehr wirklich. Ich hab also die beiden Seiten quasi zusammengeführt. Das Gesamtergebnis ist dann schon eher feminin, aber wirklich weiblich sieht es auch nicht aus, weder hab ich eine Brust, noch ist mein Gesicht deutlich weiblich (unter anderem zu unrein, zu kantig und zuviel Bartschatten).

Es ist halt auch einfach so, dass ich keine Lust mehr habe, mich zu verstecken oder zu verkleiden, auf die eine oder andere Weise.
Vielleicht ist das ja auch der Punkt, an dem ich endgültig aufhöre, als zwei Personen, eine noch-männliche und eine schon-weibliche, zu leben, und nur noch eine Person bin, nämlich Ich, ein Ich was sich entwickelt in eine deutliche Richtung.
Auch wenn mein Körper es noch nicht wirklich mitmacht, um völlig als Frau zu passen, wenn ich auch manchmal von mir noch nicht als Frau denken kann, ich entwickle mich weiter - in die richtige Richtung.
Die Transition hat gerade erst begonnen.

Liebe Grüße,
Kalyope

Freitag, 1. Juni 2007

Ein Blick zurück

Heute möchte ich mal einen Blick zurück werfen auf die bisherige Entwicklung.
Es ist nicht so, dass ich schon immer hätte sagen können, dass ich eigentlich ein Mädchen bin - ich hab mich aber immer gefragt, wie es wäre eines zu sein und war mir wohl auch immer ziemlich sicher, dass das besser wäre. Da gab es halt so einiges schon in der Kindheit was man so als typisch weiblich bezeichnen kann, aber dennoch habe ich nicht jedem Klischee entsprochen.
Mit zehn begann ich die Kleidung meiner großen Schwester zu tragen, die ich aus ihrem Kleiderschrank stibitzte - natürlich heimlich, es sollte ja keiner mitbekommen, vor allem nachts nach dem alle anderen schlafen gegangen waren, und das teilweise jede Nacht. Ich dachte immer das wäre krank und pervers, und versuchte immer wieder davon loszukommen, was natürlich nicht ging.
Ich war viele Jahre auf der Suche etwas was ich nicht wusste, nach dem Grund warum ich anders war, anders bin.

Vielmehr möchte ich zur frühen Vorgeschichte in der Kürze nicht sagen, da die eigentliche Entwicklung erst 2006 los ging.
Ich habe viel recherchiert und bin auf eine Seite mit vielen Berichten von Transgendern gestoßen, und da ist mir klar geworden, dass das mich auch betrifft. Ich konnte noch nicht sagen, was genau ich nun bin. Um das heraus zu finden musste ich mir Klarheit verschaffen, indem ich es ausprobiere. Ich fing damit an in meinen eigenen vier Wänden mehr und mehr Zeit in Frauenkleidung zu verbringen.

Ende Mai 2006 fing ich an mich zu outen, beginnend mit meiner großen Schwester und einem engen Freund. Danach folgten immer mehr und mehr und mit jedem Male wurde es leichter. Auch wenn nahezu alle erstmal geschockt reagiert haben, so waren doch die meisten Reaktionen recht positiv.

Im Juli 2006 habe ich den Kontakt aufgenommen mit der Dresdner Selbsthilfegruppe Trans-ID. In dem Zusammenhang bin ich bald die ersten Male als Frau in die Öffentlichkeit gegangen
So die ersten Versuche:
Juli

September 2006
Allerspätestens zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich dauerhaft als Frau leben möchte.
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November 2006
Ich begann eine Psychotherapeutischen Begleitung. Mit meinem großen Bruder schloss ich das letzte Outing in meiner Familie ab.
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Seit Mitte Dezember 2006 lebe ich in zumindest in meiner Freizeit quasi fulltime als Frau.
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Ab Februar 2007 hatte ich die erste kostspielige Sitzung zur Bartepilation, anfangs mit der Blitzlampe, mittlerweile mit dem Lightsheerlaser.

April 2007
Psychologische Begutachtung für die Indikationsstellung zur Hormontherapie.
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Mai 2007
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Mittwoch, 30. Mai 2007

Das Warten hat bald ein Ende :)

Heute ist ein schöner Tag, den das Warten hat bald ein Ende.

Nachdem ich nun gestern überhaupt nicht so gut drauf war und auch nur wenige Stunden heute Nacht schlafen konnte, scheint heute wieder die Sonne.

Meine Hartnäckigkeit, mich einfach nicht damit abzufinden, dass ich so lange noch warten soll auf meine Hormontherapie, hat sich ausgezahlt gemacht. Auf nochmalige Nachfrage erfuhr ich, dass dieser Arzt doch nicht so ausgebucht ist, wie es erst hieß und aus der Wartezeit von 73 Tagen wurden nur noch 9.

Jetzt bin ich echt froh, dass ich endlich wirklich anfangen kann mit meiner hormonellen Geschlechtsangleichung und endlich die Vergiftung meines Körpers durch das Testosteron ein Ende hat.

*die ganze Welt umarmt*
Kalyope

Dienstag, 29. Mai 2007

WARTEN

Wenn ich ein was nicht leiden kann, dann ist es zu warten. Ich mag es nicht irgendwo in einer Schlange im Supermarkt zu stehen, oder zu warten bis ich einen bestimmten Termin habe.

Noch weniger mag ich das Warten, was mit Ungewissheit verbunden ist, wenn ich nicht weiß wie es weitergeht, wenn ich nicht weiß wie lang ich warten muss. Wenn es eine absehbare Zeit ist, dann ist da ja auch noch ok. Wenn ich aber gar nichts weiß, dann geht es mir schlecht, und bin zu nichts zu gebrauchen - und nerv ich meine Mitmenschen, die mich dann mit dem schönsten Schlafzimmerblick anschauen können, ich aber trotzdem zu nichts zu gebrauchen bin.

Momentan warte ich gerade auf den Beginn meiner geschlechtsangleichenden Hormontherapie. Seit letzten Donnerstag habe ich das dafür nötige Gutachten vorliegen. Auf Anfrage bei dem einzigen Frauenarzt, der sich hier damit auskennt, wurde ich von einer Schwester darauf hingewiesen dass, weil der Dr. Urlaub hat, und vorher und hinterher ausgebucht ist, ich erst Mitte August dort einen Termin bekommen kann. :( Wie ich das hasse, und wie sehr ich Schwestern hasse, die nix anderes können als einen hinzuhalten.

Fest steht, dass ich so lange nicht warten kann. Ich hab keine Lust die nächsten beiden Monate vollkommen vergessen zu können, das würde psychisch dann doch zu heftig. Wo doch, wie es im Gutachten heißt, jetzt der richtige Zeitpunkt für den Beginn der geschlechtsangleichenden Hormontherapie ist.
Ich habe dem Arzt nun noch ne Email hinterhergeschrieben, in der ich die Dringlichkeit erläutert habe. Und nun warte ich auf eine Antwort.

Und warte, und warte... ach, wie ich es hasse...


Kalyope

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